Migration und Arbeit im Erzgebirge

Migration und Arbeit im Erzgebirge

In der vergangenen Woche tagte der Ausschuss für Familie, Bildung, Gesundheit und Soziales. Ein zentrales Thema war die Migration und insbesondere die Frage, welche Probleme aber auch Potenzial Zuwanderung für den Arbeitsmarkt im Erzgebirgskreis mit sich bringt.

Der Erzgebirgskreis steht – wie viele ländliche Regionen – vor erheblichen Herausforderungen durch den demografischen Wandel. Rund 12.600 Menschen mit Migrationsgeschichte leben inzwischen im Landkreis. Für eine Region, die dringend Arbeitskräfte benötigt, liegt darin auch eine große Chance.

Neben gesetzlichen Hürden gibt es darüber hinaus weitere Herausforderungen: Fehlende oder noch nicht ausreichende Sprachkenntnisse, unterschiedliche Bildungsbiografien, Qualifikationen, realitätsfremde Erwartungen und Vorstellungen von Beschäftigung und Entlohnung sowie kulturelle und religiöse Unterschiede können den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht deutlich, wie stark sich die Zuwanderung auch auf den Arbeitsmarkt des Erzgebirgskreises ausgewirkt hat:

📈 Anteil ausländischer Beschäftigter (SV-pflichtig): 0,5 % → 6,2 %
📈 Anteil ausländischer Erwerbsfähiger: 1,7 % → 28,7 %
📈 Anteil ausländischer Arbeitsloser: 1,6 % → 26,4 %
📈 Anteil mit Regelleistungsanspruch: 1,7 % → 32,4 %

Diese Zahlen zeigen: Zuwanderung ist Realität und kann eine Chance sein – insbesondere für unseren Arbeitsmarkt. Voraussetzung dafür sind Sprache, Ausbildung und vor allem der schnelle Zugang zu Arbeit.

Gleichzeitig dürfen unser Sozialstaat und unsere Kommunen nicht weiter überfordert werden. Deshalb braucht es einen dringenden Kurswechsel in der Migrationspolitik: Zuwanderung muss stärker gesteuert und mit dem Bedarf unseres Arbeitsmarktes verbunden werden.

Integration findet vor Ort statt. Bund und Land müssen die Kommunen dabei unterstützen und klare rechtliche Rahmenbedingungen schaffen.

Unser Grundsatz: Wer zu uns kommt, soll die Chance auf Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben bekommen. Migration darf aber nicht zur dauerhaften Belastung für Sozialstaat und Kommunen werden.

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